Warum ich Hochzeiten auf Film fotografiere
Paare entscheiden sich aus demselben Grund für Film wie ich: Wir finden die Bilder einfach schöner. Gesichter wirken weicher, die Farben sind satt und unaufdringlich, und sie haben eine Textur, die sich nachträglich nicht erzeugen lässt.
Die anderen Gründe zeigen sich später. Film bleibt. Er kommt nicht aus der Mode. Ich fotografiere die gesamte Hochzeit auf Film, sodass vom Getting Ready bis zum letzten Tanz alles aus einem Guss ist.
Woher die Bildwirkung kommt
Sie entsteht schon in der Kamera. Das Filmmaterial legt sie fest: die Farbe, das Korn, die Art, wie Licht mit der Haut zusammenspielt. Entwicklung, Scannen und behutsame Bearbeitung bewahren diesen Charakter. Meine Kameras sind meist mit Kodak Portra geladen, dazu Kodak Tri-X, wenn ein Moment nach Schwarz-Weiß verlangt.
Film verändert auch, wie es sich anfühlt, fotografiert zu werden. Kein Display, das ablenkt, kein Posieren. Ich löse seltener aus, dafür jedes Mal bewusst, und die echten Momente kommen von selbst.
Ein Bild von etwas, das wirklich passiert ist
Bei Film beginnt jedes Bild als ein Gegenstand: ein Negativ, das in der Kamera lag, während ihr geheiratet habt, belichtet vom Licht dieses Tages und von sonst nichts. Es lässt sich nicht nachträglich verändern. Am Ende gebe ich es euch in die Hand: keine Kopie eurer Hochzeit, sondern ein Stück davon.
Mittelformat und 35 mm
Ich arbeite mit zwei Filmformaten und wechsle zwischen ihnen, je nachdem, was der Moment braucht. Das Mittelformat ist das langsamere der beiden und liefert ein größeres Negativ. Ich fotografiere es mit einer Contax 645, der Kamera, der ich am meisten vertraue: für Portraits, zärtliche Momente, Innenräume und Szenen, in denen das Bild ruhig sein darf.
35 mm ist schneller und beweglicher: für Momente, in denen Menschen sich bewegen, der Raum sich rasch verändert oder ich ganz nah am Geschehen bleiben muss. Alles wird analog fotografiert und anschließend gescannt: Was ihr bekommt, sind digitale Dateien, daneben die Originale.
Wenn wir zu zweit fotografieren
Bei manchen Hochzeiten begleitet mich ein zweiter Fotograf. Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen und sehen Hochzeiten sehr ähnlich, sodass wir am Tag selbst kaum etwas besprechen müssen.
Sinnvoll ist das vor allem, wenn euer Tag parallel an zwei Orten beginnt oder so viele Gäste kommen, dass eine Person nicht überall sein kann. Ob es für euch passt, klären wir vorher. Er fotografiert ebenfalls analog, mit demselben Filmmaterial und in denselben Formaten, sodass am Ende eine einzige, einheitliche Bildserie daraus wird.
Bewegte Bilder auf Film
Neben den Fotos filmt ein erfahrener Kameramann, mit dem ich zusammenarbeite, euren Tag auf Super 8: echter Kinofilm, kein Filter, der so aussehen will.
Jeder Film ist drei bis fünf Minuten lang. Es ist etwas, das ihr euch am Jahrestag noch einmal anschaut.
Wenn ihr analogen Film für eure Hochzeit in Betracht zieht, erzählt mir gern, was euch vorschwebt.